Samstag, 29. Oktober 2011

Rugby: Australia vs. New Zealand

Vor ca. 3 Wochen sind wir auf die Idee gekommen, dass wir ja, wenn wir schon so lange hier in Australien sind,  auch mal den Nationalsport hautnah miterleben müssen! Also hab ich mich mal wieder gerne von der Uni-Arbeit ablenken lassen, ein bisschen recherchiert und festgestellt, dass zufällig am 16. Oktober die Nationalmannschaften Australiens und Neuseelands gegeneinander antreten würden - und wo?! In Newcastle :-) Na so ein Glück! Karten gab es glücklicherweise auch noch zu kaufen und noch dazu waren sie bezahlbar und so waren schnell eine ganze Menge Leute zusammen, die alle mitkommen wollten! Als der Sonntag dann immer näher kam, war mir zwischenzeitlich schon ein wenig mulmig, da ja keiner von uns wusste, ob und wie viel bei so einem Spiel wohl los sein würde und ich hatte allen die Karten "aufgeschwatzt"...oh oh! Sonntag Mittag ging es dann nichtsdestotrotz nach einem leckeren Pasta-Lunch auf unserer Terrasse bei strahlendem Sonnenschein mit dem Rad zum Ausgrid Stadion. Je näher wir dem Stadion kamen, desto schneller wurde uns bewusst, dass alle Sorgen umsonst waren, denn die Fans und Autoschlangen reihten sich schon lange vor dem Stadion auf. Spätestens als wir im Stadion waren hatte uns dann auch alle das Rugby Fieber gepackt! Es war super Stimmung, ausverkauft und super Wetter- was wollten wir mehr?! Schnell einen Platz auf dem Rasen in unserem Block gesucht (wir hatten Stehplätze auf dem sogenannten "Hill") und dann konnten wir auch schon die Pre-Show samt Aborigine Tanz und Gesang bestaunen und natürlich den Nationalhymnen lauschen. Achja, und wir konnten die Spieler beim Aufwärmen beobachten ;)

Aborigine Performance



























Die erste Halbzeit war dann -etwas überraschend, da keiner von uns die Regeln wirklich kannte- ziemlich spannend! Das könnte natürlich auch etwas daran gelegen haben, dass Australien überlegen gespielt hat und wir vom Jubel der anderen Fans mitgerissen wurden. In der zweiten Halbzeit saß ich neben Ross, einem Australier, den wir aus der Uni kennen und konnte ihn mit all meinen Fragen zu den Spielregeln löchern :) Er hat es wahrscheinlich ziemlich schnell bereut sich neben mich gesetzt zu haben, aber das war doch meine einzige Chance zu erfahren, was da vorne wirklich los war! Ich erspare euch jetzt die Details, Regeln, etc. aber es gab eine sehr interessante Info- es gibt nicht DAS Rugby Spiel! Rugby umfasst sozusagen mehrer Sportarten (oder wie Wikipedia so schön sagt, es ist eine Familie von Sportarten) und die beiden, die hier am beliebtesten sind, sind Rugby League und Rugby Union. Aha, gut zu wissen! Wie gesagt, ich langweile euch jetzt nicht mit Details, aber wir haben uns ein Rugby League Spiel angesehen. Das ist angeblich etwas härter als Rugby Union, da noch mehr und manchmal wirklich hart getackelt wird! Also, bei einigen Spielzügen war ich mir nicht ganz sicher, ob der Mann, der gerade ganz unten im "Haufen" lag und den Ball hatte, nochmal wieder aufstehen würde...und dann spielen die auch noch ohne jegliche Schutzkleidung. Aua!

Das Spiel ist jedenfalls erfolgreich ausgegangen für die australische Mannschaft und so konnten wir nach 2x40 Minuten mit einem glücklichen 42:6 Sieg den Heimweg antreten.
Ausgrid Stadion in Newcastle

Sonntag, 23. Oktober 2011

Blue Mountains

Vor 3 Wochen war es mal wieder Zeit für einen langen Weekend Trip inklusive Couchsurfing. Es zog uns in die Blue Mountains. Die Blue Mountains sind ein Gebirge, das ca. 60 km westlich von Sydney beginnt und aufgrund der über 90 verschiedenen Eukalyptusarten, die es dort zu finden gibt, zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Wie der Name schon verrät, sind die Blue Mountains tatsächlich blau! Naja, nicht wirklich natürlich, aber der Dunst der Eukalyptusbäume erstreckt sich tagsüber über die Berge und lässt sie somit blau erscheinen. Ok, genug Theorie, zurück zu unserem Trip. Die erste Herausforderung war überhaupt eine Couch in den Blue Mountains zu finden! In den Blue Mountains leben weniger als 100.000 Menschen, die sich auf mehrere Städte -oder sagen wir Dörfer- verteilen. Nach einigen Mails hatten wir dann aber doch Glück und Robyn antwortete mir, dass wir gerne bei ihr und ihrer Familie übernachten könnten. Super :) Robyn und ihre Familie bestehen aus den Eltern Robyn und Adrian und 7 Kindern! Wir waren ziemlich gespannt auf unsere Unterkunft um ehrlich zu sein. Freitag in der Frühe ging es los mit dem Zug zuerst nach Sydney und von dort aus weiter nach Black Heath, wo uns unsere "Gastmutter" vom Bahnhof abholen wollte.

Das erste was uns entgegen sprang als wir den Zug in Blackheath verlassen haben, war ein sehr intensiver Geruch und nach wenigen Minuten wussten wir dann auch was es war- Eukalyptus! Man roch tatsächlich sobald man aus dem Zug stieg den Eukalyptus der umliegenden Berge und Wälder. Wenige Minuten und einen Anruf später holte Robyn uns vom Bahnhof ab und wir fuhren zu ihrem Haus. Um ganz ehrlich zu sein, hatte ich erwartet, dass die Kinder vielleicht übers Wochenende unterwegs wären und sie uns deshalb eingeladen hatte -ich mein, wer hat denn noch Lust auf 4 Couchsurfer, wenn er schon 7 eigene Kinder hat?!- aber ich hatte mich getäuscht. Im Haus angekommen fanden wir heraus, dass eine der Töchter sogar an diesem Abend noch 3-5 Freundinnen (ganz ehrlich, wir sind nicht ganz durchgestiegen wer jetzt alles zur Familie gehörte und wer nicht, deshalb diese wage Angabe...) zu einer DVD-Nacht eingeladen hatte! Das Haus war also schon ziemlich voll und trotzdem bekamen wir unser eigenes Zimmer mit einem Queen Size Bett und dazu den gesamten Keller mit ca. 40 qm, einer ausziehbaren Couch, eigenem kleinen Bad und Fernseher für uns! Wow! Also das ist mal gastfreundlich! Und dann gab es Abends auch noch Dinner zusammen mit der Familie. Naja, wir haben mit Robyn und Adrian gegessen und die anderen waren irgendwo im Haus zerstreut und gesellten sich zwischendurch mal dazu. Da wir eine ziemlich lange Zugstrecke von ca. 6 Stunden in die Blue Mountains hinter uns gebracht hatten entschieden wir uns nach dem Dinner, es uns auf "unserer" Couch vor dem Fernseher mit einem Film gemütlich zu machen, um am nächsten Tag fit zu sein für die Wanderungen!
Isa auf unserer Couch
Samstag früh nahmen wir erstmal den Zug nach Katoomba, der größten Stadt der Blue Mountains, wo wir uns dann für ein Tagesticket eines Hop-on-Hop-off Buses entschieden, da man hier in den Bergen wirklich nicht einfach nur so drauf los laufen konnte...







Mit dem Bus fuhren wir zuerst zu den "Three Sisters" einer Felsformation in den Blue Mountains und laut Reiseführer DER Attraktion. Das Wetter war leider an diesem Wochenende nicht ganz auf unserer Seite und es war recht kalt und regnete auch noch. Naja, egal wir hatten uns warm eingepackt und wollten uns die Laune nicht verderben lassen, aber an den "Three Sisters" angekommen war das dann leichter gesagt als getan...ich werde jetzt einfach mal Bilder sprechen lassen: hier ist das was wir an diesem morgen vom Aussichtspunkt aus sahen...
Der erste Versuch...

Wie sie sehen, sehen sie nichts! Na toll! So hatten wir uns das natürlich nicht gedacht. Aber alle Enttschäuschung brachte uns ja nicht weiter und so stiegen wir wieder in den Bus und wollten zuerst mal einen der vielen Bushwalks hier in den Bergen erkunden. Auf dem Weg stoppten wir noch kurz an einem kleinen Straßenfest auf dem sich anscheinend an diesem Tag alle Bewohner der Region versammelt hatten und konnten uns sogar noch mit ein wenig Glück ein Mittagessen umsonst bei einem Wissenschaftler, der wohl seine Forschungsergebnisse promoten wollte erhaschen :) Weiter ging es endlich Richtung Berge und trotz Regen war dies eine sehr gute Wahl- es ging mal wieder bergauf und bergab, diesmal durch ziemlich dichte Wälder und wir wurden an den verschiedenen Aussichtspunkten wirklich mehr als entschädigt, aber guckt es euch einfach selbst an!



Nach dem ersten Bushwalk fuhren wir dann noch etwas mit dem Bus umher, um uns die Gegend anzusehen und dann gab es noch einen Kaffee zum aufwärmen in einem "Kaffeekännchen-Museum", das seines gleichen sucht! Man hatte das Gefühl im Wohnzimmer eines 90-jährigen Ehepaars zu sitzen, das sein ganzes Leben lang nichts als Kaffeekannen und Kitsch gesammelt hat :) Der Kaffee tat gut und dazu gab es unsere ersten "scones" ein kleines Küchlein, das man mit Sahne und Marmelade isst.
Kaffeekränzchen ;)
Nach der Stärkung wollten wir es dann noch einmal versuchen und fuhren erneut zu den "Three Sisters". Kaum aus dem Bus ausgestiegen regnete es schon wieder also stellten wir uns erstmal im Touri-Shop unter und bestaunten die Postkarten der drei Schwestern...eigentlich waren wir auch schon fast auf dem Weg nach draußen und hatten nicht mehr wirklich Hoffnung die Attraktion zu sehen als ich aus dem Fenster des Souvenir Shops guckte und mir 3 Felsen entgegen sahen. Hmmm....drei Felsen...three sisters...irgendwie hat es ein wenig Klick gemacht, aber ich hatte ja nicht so ganz erwartet die Felsen aus den Souvenir Shop heraus zu sehen, also ging ich erstmal still und und heimlich zum Postkarten-Ständer während die Mädels noch Postkarten für die Lieben daheim kauften, nahm mir eine mit den "Three Sisters" und stellte mich ans Fenster um den Ausblick mit der Postkarte zu vergleichen. Nachdem ich dann auch noch Isa's Rat hinzugezogen hatte und auch sie meinte, es sähe so aus wie auf der Postkarte drehten wir uns zum Kassierer um, um nochmal nachzufragen- und natütlich waren sie es! In dem Moment kam ich mir ganz schön blöd vor, wie ich da vor der Fensterscheibe stand mit der Postkarte und das Bild mit dem echten Ausblick verglichen habe :D Der Kassierer hat sich wahrscheinlich auch gedacht "oh man, diese dummen Touristen, kommen hier her nur um die drei Schwestern zu sehen und dann erkennen sie sie noch nichtmals...!" Hehe, die Aufregung war dann aber natürlich groß, da sich der Nebel anscheinend endlich mal verzogen hatte und so stürmten wir aus dem Shop zum Aussichtspunkt. Da es ja noch kurz zuvor geregnet hatte, hatten wir nicht nur Glück endlich einen super Ausblick zu haben, sondern es gab noch einen wunderschönen Regenbogen dazu, der uns natürlich in extra Aufregung versetzte und wir konnten jetzt endlich, endlich den Ausblick genießen. Ich muss dazu sagen, dass wir wirklich Glück hatten in diesem Moment, da es sich wenige Minuten später schon wieder zu zog und die Nebelschwaden wieder anfingen die gesamte Sicht zu blockieren!
Die "Three Sisters"
Da uns der Bushwalk und die ganze frische Luft doch ziemlich müde gemacht hatten und es in der Stadt auch nicht wirklich so aussah, als wenn Abends noch viel los wäre ging es danach zurück zu unserer Couch auf der wir den Abend mit Tee ausklingen ließen.

Da wir nach dem ersten Tag noch nicht genug hatten vom Bushwalking wollten wir den Sonntag nutzen für eine weitere Wanderung. Robyn hatte uns erzählt, dass hinter ihrem Haus ein Wanderweg startete, der uns zum "Hanging Rock" führen würde und da wir von den Fotos des "Hanging Rock" im Internet ziemlich beeindruckt waren, machten wir uns auf den Weg - ohne wirklich zu wissen wie weit es sein würde. Also wanderten wir und wanderten und wanderten...ich muss zugeben bisher habe ich bei den Walks immer tapfer durchgehalten, da man sich eigentlich immer sicher sein kann für seine Anstrengungen belohnt zu werden, aber diesmal war es echt hart, da wir einfach keine Ahnung hatten wie viel der Strecke noch vor uns lag und man sich nach 2 Stunden Wanderung durch die Berge dann auch ziemlich bewusst wird, dass man den Weg ja auch nochmal zurück laufen muss! Ganz kurz vor dem Ziel (wir wussten aber natürlich nicht, dass wir fast da waren...) hatten Nadine und ich uns eigentlich schon ein Plätzchen für unsere Lunch-break ausgesucht und beschlossen danach umzukehren als Isa und Kathi uns versicherten wir wären fast am Ziel. Ok, also noch ein paar hundert Meter weiter mit letzter Kraft und tatsächlich wir waren auf dem "Hanging Rock" angekommen. Ich weiß ich habe bisher schon viel geschwärmt wie schön es hier ist, aber der Ausblick von hier oben (den wir diesmal alleine genießen konnten, es war weit uns breit keine Menschenseele!) ist bisher das Schönste gewesen, was ich hier gesehen habe!




Wie ich ja gerade schon erwähnt hatte, kommt nach dem Aufstieg bekanntlich der Abstieg und es graute uns schon ein wenig vor dem Rückweg, aber wir hatten ja keine andere Wahl also marschierten wir zurück und kamen irgendwann auch endlich wieder "zuhause" an. Dort wurden wir schon von Adrian begrüßt, dem wir von unserem Trip erzählten und er staunte nicht schlecht, dass wir tatsächlich den ganzen Weg gelaufen waren. Laut seiner Aussage müssen es gut 14 km durch die Berge gewesen sein und als wir das hörten, waren wir noch mehr erschöpft als wir es eh schon waren :D Nach dem Bushwalk wurden dann unsere Rucksäcke gepackt und wir machten uns auf die Heimreise nach einem anstrengenden aber wunderschönen Wochenende in den Blue Mountains!

Hunter Valley und Nelson Bay

Es ist schon wieder viel zu lang her, dass ich mich an dieser Stelle gemeldet habe, ich weiß- aber das ist eigentlich ein gutes Zeichen, dass heißt es geht mir gut, es ist viel los, es kommt ganz sicher keine Langeweile auf hier in Down Under! Nichtsdestotrotz will ich euch ja ein wenig an den schönen Dingen, die ich erleben darf teilhaben lassen, also gibt es heute mal eine ausführliche Zusammenfassung der letzten Wochen....

Am letzten September Wochenende haben wir uns auf den Weg ins Hunter Valley, dem Weinanbaugebiet rund um Newcastle, gemacht. Mit dem Bus ging es zusammen mit Summer, einer Chinesin, die ich in der Uni kennen gelernt habe, unseren Norwegerinnen, die am Abend zuvor leider schon etwas zu viel getrunken hatten und den Bus diverse Male stoppen mussten um einem "Unfall" vorzubeugen, den deutschen Mädels und natürlich noch anderen Weinbegeisterten Richtung Hunter Valley.

Nachdem wir am ersten Weingut ankamen und schon sehnsüchtig auf die Weinproben und Käse und Cracker warteten stellte sich heraus, dass unser Busfahrer den ersten Termin falsch abgesprochen hatte und noch eine andere Gruppe dort war...hmmm, also alle zurück in den Bus und dann ging es erstmal zum Käse und Schoki-Pralinen verkosten. Die nächste Station war dann endlich ein weiteres Weingut auf dem wir uns angefangen mit Weißwein über Rotwein durch die Karte tranken. Hmmmm, sehr lecker!


Zwar ein bisschen gewöhnungsbedürftig schon Vormittags 10 verschiedene Weine zu trinken, aber wir wollten uns ja auch nicht lumpen lassen, also wurde alles probiert ;) Nach dem ersten Weingut (bei dem Nadine, Kathi und ich uns auch Fläschchen gegönnt haben, das noch darauf wartet zu einem besonderen Anlass geöffnet zu werden) fuhren wir weiter und haben noch weitere Weingüter, Käsemanufakturen und diverse Touri- Shops besucht. Die Weingüter haben mir richtig gut gefallen und das Hunter Valley an sich ist wirklich schön. Es besteht -wie so vieles hier in Australien- aus unendlich weitem Land, gespickt mit zahlreichen Weingütern und Restaurants. Leider war es anscheinend auch die Aufgabe unseres Busfahrers uns zwischendurch immer mal wieder an einem Souvenir Shop heraus zu lassen, was echt ein bisschen nervig war...naja, wir haben natürlich das Beste draus gemacht und versucht uns von dem leichten "Butterfahrt" Charakter, den die Fahrt gegen Ende annahm nicht beeindrucken zu lassen. Wir wissen jetzt auf jeden Fall, wo der Wein, den wir hier immer schön günstig kaufen können herkommt und wer ihn so herstellt!


Das nächste Wochenende entschieden wir uns, uns nochmal in Richtung Port Stephens auf zu machen. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch daran, dass ich vor einigen Wochen mal von unserem kleinen Sand Boarding Abenteuer in den Wanderdünen erzählt habe. Auch da waren wir schon in Port Stephens, allerdings im kleinen Örtchen Ana Bay. Diesmal ging es nach Nelson Bay- wie wir uns haben sagen lassen, einer sehr beliebten Ferienregion der Australier! Also wieder morgens früh in den Bus gestiegen und es ging los. In Nelson Bay angekommen, merkten wir direkt, dass das hier ein Urlaubsort sein musste! Ein kleines süßes Städtchen voll mit Touristen und wunderschönen Ferienhäusern direkt am Strand. Da wir nicht wirklich wussten, was wir hier genau machen konnten ging es erstmal zur Touristeninfo. Nachdem wir fleißig Heftchen und Straßenkarten gesammelt hatten, fragten wir dann nochmal an der Info, was sie uns denn empfehlen würden- natürlich mit dem Zusatz, dass wir zu Fuß unterwegs seien! Wie so oft wurden wir erstmal mit großen Augen angesehen und uns wurde versichert, dass man hier wirklich am Besten ein Auto bräuchte um sich umzusehen! Natürlich braucht man ein Auto! Wir sind in Australien. Bisher hat uns noch nie jemand gesagt "Klar, gar kein Problem, ihr könnt die Gegend auch super zu Fuß erkunden!" Aber wir haben ja nunmal kein Auto und uns wird immer mehr bewusst wie groß dieses Land ist. Egal, wir haben kein Auto und wollen trotzdem so viel wie möglich sehen, also haben wir uns einen Aussichtspunkt auf einem der Berge Nelson Bays ausgeguckt und machten uns auf den Weg. Wie immer ging es durch die Vorgärten sämtlicher Häuser, da Bordsteine hier ziemlich rar sind (wie gesagt, man läuft hier nicht einfach so irgendwo hin...), am wunderschönen Strand vorbei und immer Richtung Berg! Zwischendurch gab es noch ein kleines Picknick zur Stärkung.

Nachdem wir unsere Energiereserven wieder aufgetankt hatten, waren wir bereit für den Aufstieg! Dachten wir zumindest....Wir hatten uns einen unfassbar windigen Tag für den Aufstieg ausgesucht.
Den Berg im Hintergrund galt es zu besiegen ;)


Auf dem Weg nach oben hatten wir dann noch eine wirklich merkwürdige und doch echt witzige Begegnung; wir hatten vielleicht gerade ein fünftel der Strecke hinter uns gebracht, da kommt uns ein älterer Herr entgegen, der auf dem Weg nach untern war- auf dem Hintern rutschend! :D Zuerst waren wir ein bisschen besorgt, ob es ihm vielleicht nicht gut ginge, aber da er uns nicht ansprach und keine Hilferufe von sich gab entschieden wir uns, dass es wohl einfach seine ganz besondere "Technik" war einen Berg hinab zu steigen! Das Bild von dem 70+ Opa der den Berg auf dem Hintern hinunter rutscht bekomme ich bis jetzt nicht aus dem Kopf ;) Naja, das ganze gab uns ein wenig Auftrieb und mit Hilfe gegenseitiger Motivation kamen wir irgendwann auch oben an.
Ein anstrengender Aufstieg...

Was uns da oben erwartet hat, damit hatte keiner von uns an diesem Tag gerechnet! Wir hatten einen atemberaubend Ausblick auf die Stadt und ein paar wunderschöne verlassen Buchten mit türkis blauem Wasser und weißen Stränden! Die Landschaft und vor allem die Strände hier in Australien sind wirklich unschlagbar und so schön, dass man manchmal gar nicht wegsehen möchte!
...der sich gelohnt hat!



Irgendwer hatte sich in Nelson Bay meinen Namen geborgt...;)
Leider war das Wetter noch nicht ganz Strand reif, aber wir werden auf jeden Fall nochmal an einem freien Tag zurück kommen nach Nelson Bay und dann schauen wir uns die Buchten nicht nur von oben an, sondern werden uns am Strand nieder lassen :)

Donnerstag, 22. September 2011

Great North Walk


Nachdem wir die letzten Wochenenden viel unterwegs waren entschieden wir uns letzten Samstag die Gegen um Newcastle mal ein wenig näher kennen zu lernen. Einem Tipp eines Australiers zufolge sollte es einen Wanderweg geben, der von Sydney bis hoch nach Newcastle führt- insgesamt 250 km. Natürlich ein bisschen viel für ein Wochenende und noch dazu wo es gerade warm wird. Aber es gibt natürlich Teilstrecken und so wurde uns die Strecke zwischen Charlestown vorbei an der Glenrock Lagune bis hinunter zum Bar Beach in Newcastle empfohlen. Samstag früh machten wir uns also zunächst mit dem Bus auf den Weg nach Charlestown. Dort wartete dann die erste Herausforderung auf uns- wir mussten den Wanderweg ja erstmal finden. Nach einigen extra Metern und einem ungeplanten Umweg durch ein Wohngebiet hatten wir es dann endlich geschafft (es lag wirklich nicht an uns, der Weg war einfach unfassbar schlecht markiert!!!) und die Reise konnte beginnen. Hiking durch das Buschgebiet Australiens nennt man hier Bush Walking. Also war dies unser erster Bush Walk. Und der Weg wurde seinem Namen durchaus gerecht. Teilweise ging es wirklich durch ziemlich dichte Büsche und die meiste Zeit über wusste man auch nicht, was da so rechts und links von einem in den Büschen und Wäldern herum kroch. Wirklich spannende Tiere haben wir leider nicht gesehen, aber sicher gehört :-) Der Weg führte uns die ersten 4 km durch die Wälder, bergauf und bergab, durch Matsch und Gestrüpp, über kleine Holzbrücken und durch die wunderschöne Natur! Das war schon ziemlich beeindruckend. Auf der Hälfte der Strecke kamen wir auf einen Berg von dem aus man auf die Glenrock Lagune blicken konnte. Ein wunderschöner Ausblick von dort oben und eine super Motivation für den Rest der Strecke.
Glenrock Lagune
Weiter ging es bergab Richtung Lagune und somit natürlich auch zum Strand, da Lagunen sich immer am Meer befinden (allerdings durch Sandablagerungen vom Meer getrennt sind, wie Wikipedia mir verraten hat ;) Die letzten 2,5 km führten uns dann am Strand von Newcastle entlang, den wir dank des anrückenden Frühlings auch wirklich genießen konnten.

Auf dem Weg runter zur Lagune Richtung Strand

Nach insgesamt ca. 9 km Bush Walk hatten wir unser Ziel glücklich, erschöpft und ziemlich hungrig erreicht und so gab es zum Abschluss noch ein BBQ im Park.

Der Rest der Woche verlief weniger spannend und hauptsächlich in der Uni. Eine gute Nachricht gibt es aber noch- nach einigen Verhandlungen, hin und her überlegen und Diskussionen habe ich mit Isabel und Diane unseren Trip für das Ende unserer Reise im Dezember gebucht. Am 10.12. fliegen wir in den Norden nach Cairns, wo unser Campervan auf uns wartet und uns dann bis Ende des Jahres die Ostküste hinunter bis zu unserem Silvesterziel Sydney als Fortbewegungsmittel und "Wohnung" begleiten wird. Wir sind jetzt schon aufgeregt und freuen uns wahnsinnig auf unseren Hippie Trip :)
...hiermit werden wir also die Ostküste Australiens unsicher machen!

Samstag, 17. September 2011

Couchsurfing zum Ersten und Sydney zum Zweiten

Es ist viel los in Down Under- der Frühling hält mit riesen Schritten Einzug und während der Woche wird man in der Uni ganz schön auf trapp gehalten, deshalb komme auch erst jetzt dazu, aber ich schulde euch ja noch einen Eintrag vom letzten aufregenden Wochenende, das ich mit meinen Mädels in Sydney verbracht habe! Der Zug von Newcastle nach Sydney braucht nur ca. 2 Stunden und im Gegensatz zu den Meisten anderen Dingen hier, ist die Fahrt mal ziemliches Schnäppchen- den Ticketautomaten mit 7,80 AUD gefüttert und es heißt Sydney wir kommen :) Da wir aber natürlich auch ein Schlafplätzchen brauchten, hatten wir uns fürs Couchsurfing entschieden. Laut Wikipedia ist Couchsurfing: ein kostenloses, internetbasiertes Gastfreundschaftsnetzwerk. Die Mitglieder nutzen die Website, um eine kostenlose Unterkunft auf Reisen zu finden, selbst eine Unterkunft oder auch anderes anzubieten, wie beispielsweise einem Reisenden die Stadt zu zeigen. Hey, da kann jemand unsere Gedanken lesen- das ist genau das, was wir hier suchen! Also, nichts wie online angemeldet und eine passende Couch für Sydney gesucht, auf der wir das Wochenende verbringen können. Ganz ehrlich wir hatten es uns schwieriger vorgestellt jemanden zu finden, der 4 Mädels für ein ganzes Wochenende auf seiner Couch schlafen lässt, aber schon nach einem Tag hatten wir mehrere Rückmeldungen und haben uns für Stephen's Couch in King's Cross, einem Stadtteil Sydney's der auch als das Rotlichtviertel der Stadt bekannt ist, entschieden! Eigentlich sollte es Freitag früh losgehen, aber da es dann ausgerechnet den ganzen Tag regnen musste (das erste und wohl in nächster Zeit auch das letzte Mal, dass man hier mehrere Stunden am Stück Regenschauer hatte...) haben wir die Fahrt dann auf Nachmittags verschoben und kamen am frühen Abend in Sydney an, wo wir in der Nähe der Haltestelle mit Stephen verabredet waren, der uns abholen und zu seiner Wohnung führen wollte. Auch wenn wir gerne komplett cool geblieben wären, waren wir natürlich ziemlich aufgeregt wer denn wohl um die Ecke kommen würde und bei wem wir wohl unser Wochenende verbringen würden. Nach einer kleinen Verspätung tauchte Stephen dann auf und versicherte uns, dass wir nur wenige Meter zu seinem Apartment laufen müssten- er behielt Recht und wir konnten es nicht glauben als er auf einmal vor einem Gebäude anhielt und uns ein Concierge die Tür öffnete. Ich denke hier blieb mir zum ersten Mal an diesem Abend die Sprache weg! Keine 2 Minuten später wusste der Concierge über uns bescheid und wurde angewiesen uns einen Schlüssel für's Apartment zu besorgen, damit wir jeder Zeit kommen und gehen konnten! Wow! Wir waren echt platt! Der Mann kannte uns gerade mal 10 Minuten und wir hatten schon einen Schlüssel zu seinem Apartment. Das ist mal gastfreundlich! Aber das war noch nicht alles. Ab in den Aufzug und hoch in den 7. Stock zu seiner Wohnung, wo ich zum zweiten Mal sprachlos war. Vom Balkon der Wohnung hat man einen Blick über die gesamte Stadt samt Oper, Harbour Bridge und Downtown. Ok, das hatten wir natürlich nicht erwartet und vielleicht war es auch deshalb umso schöner!

Blick vom Balkon bei Nacht

Aussicht bei Tag

Der Wohnbereich und "unsere" Couch

BBQ Vorbereitungen :)

Wir waren kaum angekommen, da ließ Stephen uns auch schon allein in seiner Wohnung um einkaufen zu gehen, denn er wollte ein BBQ mit uns und einem Freund, der noch vorbei kam machen. Als er wieder kam, waren die Einkaufstüten voll mit irgendwelchen Sachen, die wir uns hier eigentlich nicht leisten können, da Lebensmittel zum Teil echt teuer sind, und wir waren nur noch im 7. Himmel :-) Das BBQ war großartig und nachdem wir dann auch noch ein paar Flaschen von seinem guten Rotwein geköpft hatten, waren auch alle gut drauf und es ging in eine Bar in King's Cross. King's Cross ist echt ein buntes und für uns dementsprechend lustiges Pflaster. Nachts begegnet man verrückten und meist betrunkenen Typen, "leichten" Mädchen und auch solchen, die sich für "leicht" halten, deren Kleider aber definitiv zu kurz und ohne jeden Zweifel zu eng waren! Morgens kann man die "Reste" der letzten Nacht beobachten und im ein oder anderen Club war auch um 9 Uhr in der Früh noch kein Feierabend in Sicht! Ziemlich beeindruckt von der Gegend und wie viel dort los war, haben wir uns dann am Samstag aber natürlich auf den Weg gemacht, den Rest der Stadt zu entdecken. Da Katharina und Nadine zum ersten Mal in Sydney waren wurden also erstmal Oper, Harbour Bridge, etc. bewundert und dann entschieden wir uns die Fähre nach Manly, ein weiterer Stadtteil, zu fahren. Manly versprüht sofort einen gewissen Charme a la Surferdorf und hat einen wunderschönen Strand, den wir ein wenig entlang spaziert sind. Kurz vor Sonnenuntergang haben wir dann wieder die Fähre zurück in die Stadt genommen und konnten so vom Wasser aus einen Blick auf die Stadt bei untergehender Sonne werfen! Gestärkt haben wir uns danach in Chinatown und anschließend haben wir den Abend in der Orbit Bar im 47. Stock des Australia Square ausklingen lassen. Von hier oben hat man einen wunderschönen Blick über die ganze Stadt und das Beste- man setzt sich gemütlich hin und das Restaurant dreht sich in einer Stunden um 360°, so dass man die ganze Stadt von oben überblicken kann.

Orbit Bar über den Dächern von Sydney
Sonntag war dann unser Markttag und so machten wir uns nach einem Frühstück in der deutschen Bäckerei (oh ja- wir haben eine deutsche Bäckerei gefunden und mussten feststellen, dass wir uns selten zuvor so über ein leckeres, deutsches Brötchen gefreut haben) auf den Weg zum Fischmarkt von Sydney und dann vorbei am Darling Harbor zu Paddy's Market, wo man so ziemlich alles bekommt was man braucht (und auch nicht...). Nachmittags wurde es dann richtig schön warm und wir hatten große Lust auf ein leckeres Eis. Also, bei uns wären wir jetzt einfach in die Eisdiele spaziert und hätten uns 2 Kugeln bestellt. Ja, nicht hier! Eis ist einfach unfassbar teuer hier und so zahlt man mal locker 5-7 AUD (also zwischen 3,70 bis 5,30 €) für eine Kugel. Aber wir sind ja kreativ und haben uns im Supermarkt einfach mit einem kleinen Eimerchen Cookies and Cream Eis eingedeckt, Plastiklöffel dazu gekauft und ab an den Hafen; den anderen dabei zusehen, wie sie Unmengen Geld in den Restaurants und Cafes rund um Cocklebay Wharf ausgeben und unser Eis aus dem Plastikeimer umso mehr in der Sonne genießen!!!





Abends mussten wir uns dann ziemlich erschöpft schon wieder von Sydney verabschieden, aber nicht ohne uns natürlich noch bei Stephen zu bedanken und sicher zu gehen, dass wir bei unserem nächsten Sydney Besuch wieder bei ihm schlafen können ;) 

Dienstag, 6. September 2011

Port Stephens und die Wanderdünen

Nach der Einführung und dem ersten Kennenlernen in der Uni letzte Woche, gab es Freitag Abend ein doch ziemlich überraschendes Wiedersehen mit den anderen Internationals bei der Graduation Party unseres Mentors. Irgendwie hatte er es geschafft, dass fast nur die neuen internationalen Studenten und ein paar wenige MBA Studenten, die auch gerade ihren Abschluss gemacht hatten anwesend waren und so konnten wir uns gegenseitig ein wenig beschnuppern ;) Neben den vier deutschen Mädels, die ich bisher kennen gelernt hatte, gibt es noch zwei Norwegerinnen, eine Schwedin, zwei Französinnen, einen Engländer und wahrscheinlich noch den ein oder anderen, den ich an dem Abend nicht kennen gelernt habe. Unsere Gruppe wird also immer größer - wunderbar :) 
Auf nach Port Stephens!

Da wir diese Woche ernsthaft mit der Uni anfangen, wollten wir den Sonntag nochmal für einen kleinen Ausflug nutzen und so haben Isabel, Katharina, Nadine und ich uns auf den Weg nach Port Stephens -um genauer zu sein Anna Bay- gemacht, denn dort gibt es die größten Wanderdünen der südlichen Hemisphäre mit einer Breite von bis zu einem Meter, einer Länge von ca. 34 Kilometern und einer Höhe von bis zu 40 Metern! Ok, wir waren natürlich sehr gespannt und da wir ja der deutschen Pünktlichkeit gerecht werden müssen, waren wir schon 2 Stunden vor Beginn unserer Tour da. Kein Problem, wir waren ja neugierig und wollten die Dünen und den Strand so schnell wie möglich sehen und sind so zuerst mal den Schildern Richtung Strand (wie immer durch die Vorgärten aller Häuser, da es hier einfach fast nirgends Bürgersteige gibt...) gefolgt. Der erste Blick auf den Strand bzw. die riesigen Dünen war schon wirklich beeindruckend und dann dachte ich, ich traue meinen Augen nicht- noch nicht ganz angekommen habe ich in der Ferne Kamele entdeckt! Also die riesigen Sandmassen und die endlosen Dünen haben einem schon sehr das Gefühl gegeben in der Wüste zu sein, aber Kamele? In Australien?! Irgendwie hatten wir das alle nicht erwartet; die wirklich endlos scheinenden Dünen, die einem das Gefühl geben in der Wüste zu sein, eingerahmt vom Meer auf der einen Seite mit seinen zahlreichen Surfern und von einem riesigen Waldgebiet auf der anderen Seite. Wie ist sowas möglich?
Kamele in Port Stephens
Das Meer auf der einen...


...und die Wälder auf der anderen Seite.















Die Zeit bis zu unserer Tour haben wir dann also mit Staunen und einer kleinen Lunch Pause am Strand verbracht und dann ging es mit Bruce und seinem Allradantrieb in die Dünen J Wenn man erstmal mitten drin war, wurde man das Gefühl doch irgendwie in der Sahara gelandet zu sein gar nicht mehr los! Die Fahrt war natürlich alles andere als ruhig oder „smooth“ wie man hier sagen würde, aber wir wollten ja auch was erleben hier draußen. Da es schon länger nicht mehr wirklich stark geregnet hatte waren die meisten Lagunen ziemlich trocken und es gab zudem sehr viel Treibsand, den wir natürlich mit dem Auto umfahren mussten, aber an der ein oder anderen Stelle konnten wir mal aussteigen und durch den Treibsand laufen. Fühlt sich echt verrückt an, vor allem wenn der Sand auf einmal unter einem nachgibt und man immer tiefer sinkt. Richtig tief ist natürlich keiner von uns hinein gerutscht, Bruce hat ja auf uns aufgepasst ;) 
Dem Treibsand gefährlich nahe ;)

Nachdem wir dann zum Teil durchs Wasser, den Sand und über ziemlich hohe Dünen gefahren sind und immer mal wieder aussteigen und den Blick genießen konnten, durften wir dann auch noch „sandboarden“. Dabei bekommt man ein Brett (ähnlich wie ein Skateboard nur ohne Räder und ein bisschen länger), das Bruce vor jeder Fahrt noch ein wenig gewachst hat, setzt sich drauf und dann geht’s -mit nach hintern ausgestreckten Armen- die Düne im vollem Tempo hinunter J Die Abfahrt macht richtig Spaß (auch wenn man nachher ÜBERALL Sand hat…), aber danach muss man leider die Düne zu Fuß wieder hoch steigen. Das war dann auch wohl der Grund, dass wir nicht den ganzen Tag damit verbracht haben zu boarden, aber ein paar Mal haben wir es dann doch die Dünen hinunter und auch wieder hoch geschafft! Unser letzter Stopp war dann Tin City, eine kleine „Siedlung“ mitten in den Dünen, in der auch heute noch ein paar einsame Einsiedler leben. Insgesamt hatten wir echt Glück mit Bruce als unserem Tourguide, der wirklich witzig war und uns eine Menge erzählen konnte. Er hat uns auch noch Tipps gegeben, was es sonst noch zu sehen gibt in Port Stephens, aber da wir unseren letzten Bus erwischen mussten, ging es zuerst mal zurück nach Newcastle- der nächste Trip nach Port Stephens wird aber sicher nicht lange auf sich warten lassen und dann werden wir den Rest der Gegend erkunden!
Eine der Dünen, die wir "erobert" haben :)


















Die restliche Woche werde ich wohl in der Uni verbringen und am Wochenende geht es dann mit den Mädels nach Sydney, wo unser erstes Couchsurfing Abenteuer auf uns wartet J Wir sind ziemlich gespannt, was uns erwartet -  mehr davon gibt es dann wohl nächste Woche.

Donnerstag, 1. September 2011

Newcastle by bike

Mein Rad :)

...ja ich weiß, ich sehe aus wie 12 mit dem Helm, aber das muss hier sein! 
In meinem letzten Post hatte ich euch ja von "Dan the bike man" und meinem Vorhaben, mir so schnell wie möglich ein Rad zuzulegen erzählt. Nachdem ich also Anfang der Woche in meiner Wohnung angekommen war und es mir gemütlich gemacht habe, wollte ich zuerst mal die Gegen etwas genauer kennen lernen. Nach einer halben Stunde umher laufen und einer weiteren halben Stunde auf den nächsten Bus warten hatte ich ziemlich schnell die Nase voll und hab beschlossen, dass ich jetzt SOFORT ein Fahrrad brauchte! Also ab zum nächsten Fahrradladen, hab mir ein paar Räder angesehen, die natürlich viel zu teuer waren (aber eigentlich war ich auch nicht da um ein Rad zu kaufen, ich hatte nur gehofft zu erfahren, wie ich Dan finde ;) und nachdem der Verkäufer dann meinte er könnte mir einfach mit einem so günstigen gebrauchten nicht weiter helfen, hab ich dann mal erwähnt, dass ich von "Dan the bike man" gehört hatte...mein Plan ging direkte auf :) Er kannte Dan, hat mir sogar noch eine super Karte von Newcastle geschenkt, damit ich die Straße auch finde und was stelle ich fest?! - Dan wohnt nur 3 Straßen von mir entfernt! Perfekt! Also, hab ich mich auf den Weg gemacht zu Dan, den ich mir bis zu diesem Zeitpunkt noch als älteren, etwas fülligeren Herrn mit Bart vorgestellt hatte (ich weiß auch nicht genau warum...). Dan's Haus war nicht zu verfehlen, da auf seinem Hof hunderte Fahrräder stehen bzw. besser gesagt auf einem mehr oder weniger durchschaubaren Haufen aufeinander und nebeneinander liegen. Dan war natürlich so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was ich mir vorgestellt hatte- sehr jung (höchstens ein paar Jahre älter als ich), ziemlich schmächtig und extrem schüchtern- aber Dan ist meine Rettung :) Habe mir ein schickes "Road Bike" wie man es hier nennt ausgesucht, einen passenden Helm, Schloss und Lichter und jetzt kommt das Beste: Dan gibt mir einen Zettel, den ich zweifach ausfüllen muss und auf dem ich meine Daten und alle Artikel, die ich kaufe und deren Preis vermerke mit den Worten "Wenn du am Ende des Semesters wieder gehst, dann kannst du mir alles wieder bringen und bekommst dein Geld wieder" (natürlich auf Englisch, aber sinngemäß...)! Ich hatte zwar schon von jemandem gehört, dass er den Leuten, die ihre Räder zurück bringen, das Geld wieder gibt, aber so richtig geglaubt hab ich das nicht...bin mal gespannt, ob das am Ende auch wirklich funktioniert- jetzt bin ich erstmal richtig glücklich mit meinem Rad, das mich die letzten Tage schon ziemlich häufig von A nach B gebracht hat und mir eine Menge Wartezeit an der Bushaltestelle (und natürlich das Busticket ;) erspart!

Nachdem ich den Mittwoch dazu genutzt habe durch die Gegend zu radeln und mich an den Linksverkehr zu gewöhnen war dann Donnerstag endlich mein erster Uni Tag gekommen! Am City Campus bzw. im Hörsaal angekommen blickten mich zunächst mal eine ganze Menge Schlitzaugen und ein paar wenige Mädels (die bis zu diesem Zeitpunkt einzigen Nicht-Asiaten) an. Also bin ich direkt mal auf die Mädels zugesteuert und siehe an, sie kommen aus Berlin :) Nach einer kurzen Weile gesellten sich noch 2 Deutsche zu uns und der Rest der neuen Studenten waren dann wohl wirklich alle Asiaten. Wow, ich wusste zwar, dass viele Asiaten hier rüber kommen um zu studieren, aber mit ein paar Australiern hatte ich dann doch gerechnet (später haben wir uns dann überlegt, dass die Australier wahrscheinlich nicht zur Orientation gekommen sind, da sie das ja alles schon kennen, vor allem wenn sie schon 1 oder 2 Trimester hinter sich haben...also warten wir nächste Woche mal ab und sehen dann, ob es wenigstens ein paar Locals gibt). Der Tag verlief relativ entspannt, es gab ziemlich viele Infos und sogar Morning Tea und Mittagessen. Insgesamt ist die Atmosphäre an der Uni hier doch ganz anders als bei uns (zumindest soweit ich das jetzt beurteilen kann). Die Uni versteht sich sehr viel mehr als ein Service für die Studenten (ok man muss fairerweise sagen, dass die hier natürlich auch sehr viel mehr für diesen Service bezahlen als bei uns) und es gibt neben den eigentlichen Vorlesungen noch sehr viele Angebote und Leistungen zur Unterstützung der Studenten (sowohl fächerspezifisch, aber auch ganz allgemein in Bezug auf wissenschaftliches Arbeiten etc.). Das hat sich echt schonmal sehr gut angehört und ich bin mir sicher, dass ich einiges davon in Anspruch nehmen werde! Nachdem wir dann den ganzen Morgen über mit Infos überflutet wurden, haben wir Nachmittags noch eine Stadtrundfahrt gemacht (und ich habe jetzt auch die anderen Strände von Newcastle mal gesehen :).

Während des Tages haben wir es irgendwie noch geschafft auf eine BBQ Party für den Abend und die Graduation Party unseres Mentors am heutigen Abend eingeladen zu werden. Die Australier sind da echt ziemlich offen und freuen sich über Gäste! Gut für uns ;)
Mit den anderen deutschen Mädels beim BBQ
Den gestrigen Abend haben wir dann also noch auf der BBQ Party ausklingen lassen. Was ziemlich cool ist, ist dass hier in dem Parks einfach überall große BBQ Grills stehen, die man (kostenlos!) benutzen kann. Einfach ein bisschen Öl drauf und dann kann man munter drauf los grillen. War eine super Gelegenheit gestern Abend dann noch ein paar Leute in entspannter Grill-Atmosphäre kennen zu lernen.

Da ich diese Woche nur meine Einführung hatte und noch keine Uni, habe ich mich heute morgen dann mit dem Rad auf den Weg nach Charlestown einem Vorort von Newcastle gemacht. Ca. 10 km Südwestlich musste ich dafür über den Pacific Highway radeln. Hatte ich mir um ehrlich zu sein ein bisschen leichter vorgestellt! Ok, über den Highway zu fahren ist nicht so prickelnd, aber es gibt hier nunmal keine andere Möglichkeit. Und leider hatte ich die Steigungen hier -Newcastle ist ziemlich hügelig und auch wenn man es nicht immer erwartet, kann einem wenn man um die nächste Ecke fährt eine ziemlich steile Straße bevor stehen- etwas unterschätzt. Naja, ich habe mich durchgekämpft, mir Charlestown ein wenig angesehen und zurück dann doch lieber den Bus genommen ;) Ich weiß jetzt zumindest, dass ich in Newcastle selbst mit dem Rad so gut wie überall hinkomme und für die weiteren Strecken und Ausflüge dann doch lieber den Bus nehmen werde.